



Unter Pfarrer Joseph Rudens Federführung erwarben 3 Zermatter den Boden von der Burgergemeinde Zermatt und erbauten auf dem Riffelberg 1854 ein kleines Gasthaus.
Der Bau des 18-Betten-Hauses gestaltete sich schwierig und kostspielig, denn auf dieser wilden 2548 m hohen Anhöhe fand sich ausser herber Schönheit, Steinen und Sand nichts vor. Holz musste von Riffelalp, alles übrige von Zermatt her hinauf gesäumt oder getragen werden.
Viele Einheimische prophezeiten denn auch schon kleinlaut und leicht schadenfreudig den vorzeitigen Ruin. Dem war aber offensichtlich nicht so. Einmal stand ein Hotel abseits aller Zivilisation ganz im Trend der damaligen Zeit. Die feudalen Gesellschaftsschichten flohen vor der aufkeimenden Industriegesellschaft in die Natur. Im Weiteren eröffnete das im Schatten der mächtigsten Berge der Alpen erbaute Riffelhaus sozusagen das goldene Zeitalter des Alpinismus. Schon in seinem zweiten Jahr (1855) wurde von hier aus der höchste Berg der Schweiz, die Dufourspitze, bestiegen.
Um dem Neid den Wind aus den Segeln zu nehmen und weil sich die 3 Zermatter ausser Stande sahen, das Hotel mit eigenen Mitteln zu vergrössern, verkauften sie ihr Gasthaus (1862) an die Burgergemeinde von Zermatt.
Den Erbauern ging es ja nicht darum, sich zu bereichern, sondern, sie wollten die Zermatter aufrütteln, und allen Unkenrufen zum Trotz, beweisen, dass die Zukunft des armen Dorfes im Tourismus liegt.
Auf 2'548 Meter Höhe, inmitten eines herrlichen Ski- und Wandergebietes, hat sich das Hotel im Laufe von über 150 Jahren einen klingenden Namen geschaffen, der zu Recht weit über die Bergketten des Wallis hinaus bekannt ist. Im Jahre 1982 wurde das ganze Hotel renoviert und verfügt heute über 60 Betten.
(Textauszug aus dem Buch „Hotels erzählen“ von Ernesto Perren)